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Baden AG
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Baden (in einheimischer Mundart: [])cite-ref-zehnder-5-0[5]cite-ref-gs-6-0[6] ist eine Stadt, Einwohnergemeinde und der Hauptort des Bezirks Baden im Kanton Aargau in der Schweiz. Die Stadt liegt im dichtbesiedelten Limmattal, 21 Kilometer nordwestlich von ZĂŒrich, 22 Kilometer nordöstlich des Kantonshauptortes Aarau und 18 Kilometer sĂŒdlich der badischen Stadt Waldshut-Tiengen (jeweils Luftlinie).

Innerhalb der Metropolregion ZĂŒrich bildet Baden das Zentrum einer bedeutenden Subagglomeration mit rund 100'000 Einwohnern. Die Stadt selbst zĂ€hlt seit der Fusion mit Turgi im Jahr 2024 ĂŒber 23'000 Einwohner; sie ist damit vor Aarau und der angrenzenden Gemeinde Wettingen, mit der sie geographisch und wirtschaftlich eng verflochten ist, die bevölkerungsreichste Gemeinde des Kantons. Als GrĂŒndungsort von Brown, Boveri & Cie. (heute ABB) und bedeutender Standort des GE-Konzerns (bis 2015 Alstom) ist Baden ein international wichtiges Zentrum der Elektrotechnikbranche.

Die Geschichte Badens reicht bis ins 1. Jahrhundert n. Chr. zurĂŒck, als die Römer im damaligen Aquae Helveticae die warmen Thermalquellen zu nutzen begannen. Im Jahr 1297 erfolgte die formelle StadtgrĂŒndung durch die Habsburger. Die Eidgenossen eroberten die Stadt 1415; bis 1798 war Baden eine Untertanenstadt, hatte aber als Kurort und wichtigster Versammlungsort der eidgenössischen Tagsatzungen (bis 1712) eine herausragende Stellung. Zur Zeit der Helvetischen Republik war Baden Hauptort des Kantons Baden, seit 1803 gehört die Stadt zum Kanton Aargau.

Contents

‱ Geographie
‱ Geologie
‱ Klima
‱ Geschichte
‱ Altstadt
‱ Legislative
‱ Exekutive
‱ Judikative
‱ Partnerstadt
‱ Wirtschaft
‱ Einkaufen
‱ Tourismus
‱ BrĂŒcken
‱ Kultur
‱ Brauchtum
‱ Bildung
‱ Sport
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Geographie

Geologie

Baden liegt am Schnittpunkt des Schweizer Mittellandes und des Juragebirges. Die LĂ€gern, ein sich bis nach Dielsdorf im ZĂŒrcher Unterland erstreckender felsiger HöhenrĂŒcken (Höhe bis 866 m ĂŒ. M.), bildet den östlichsten AuslĂ€ufer des Faltenjuras. Der Höhenzug entstand vor vier bis neun Millionen Jahren durch Auffaltung von Kalksteinschichten.cite-ref-geologie-7-0[7] Seine Fortsetzung findet der Faltenjura im Westen mit dem Hundsbuck (539 m ĂŒ. M.) und dem vorgelagerten Schlossberg (457 m ĂŒ. M.). Die beiden Anhöhen östlich und westlich von Baden sind durch eine Klus getrennt, die von der Limmat in der Zeit der Auffaltung des Juras geschaffen wurde. Die Klus ist an ihrer engsten Stelle so schmal, dass die Strasse mit einer kurzen HolzbrĂŒcke ĂŒber den Fluss gefĂŒhrt werden konnte.cite-ref-swisstopo-8-0[8] Im Bereich des Engnisses weist die Limmat aufgrund des stĂ€rkeren GefĂ€lles Untiefen und leichte Stromschnellen auf.

Beidseits der Klus weitet sich das Limmattal zu breiten Becken mit Schotterablagerungen aus, dem Wettingerfeld im SĂŒdosten und dem Haselfeld im Norden. Von Killwangen bis Baden hat sich der Fluss tief in die Schotterebene gegraben. Die in Baden nordwĂ€rts fliessende Limmat stösst am Rand des Haselfeldes an die Goldwand und biegt dort nach Westen ab. An der Flussbiegung befinden sich 21 Quellen, aus denen stark mineralhaltiges Thermalwasser an die OberflĂ€che tritt (→ ThermalbĂ€der Baden).cite-ref-9[9] Der Martinsberg (496 m ĂŒ. M.) und die Goldwand schliessen das Haselfeld ab und bilden eine zweite Klus. SĂŒdlich davon liegt zwischen Martinsberg und Hundsbuck das Eichtal, das in die MĂŒseren-Hochebene ĂŒbergeht. Diese zĂ€hlt zum hauptsĂ€chlich aus Muschelkalk bestehenden Tafeljura.cite-ref-swisstopo-8-1[8]

Im SĂŒden des Stadtgebiets dominiert der Heitersberg, ein aus SĂŒsswassermolasse bestehender HöhenrĂŒcken des Mittellandes, die Landschaft. Im Gegensatz zum Faltenjura wurden die Schichten hier schrĂ€g gestellt.cite-ref-geologie-7-1[7] Der Heitersberg ist in mehrere HĂŒgel gegliedert; auf Badener Gebiet sind dies der ChrĂŒzliberg (513 m ĂŒ. M.), der Baregg (531 m ĂŒ. M.) und der Oberhau (617 m ĂŒ. M.) als höchster Punkt des Stadtgebietes. Zwischen ChrĂŒzliberg und Baregg liegt der Teufelskeller, eine Sackung mit Höhlen und markanten FelstĂŒrmen.cite-ref-10[10] Westlich der Heitersbergkette, seit der WĂŒrm-Kaltzeit durch eine SeitenmorĂ€ne getrennt, liegt die Ebene des Reusstals.cite-ref-swisstopo-8-2[8]

Klima

Baden liegt in der gemĂ€ssigten Klimazone. PrĂ€gend fĂŒr das Klima sind einerseits die Winde aus westlichen Richtungen, die oft Niederschlag heranfĂŒhren, andererseits die Bise (Ost- oder Nordostwind), die meist mit Hochdrucklagen verbunden ist, aber in allen Jahreszeiten kĂŒhlere Witterungsphasen bringt, als im Mittel zu erwarten wĂ€ren. Der in den AlpentĂ€lern und am Alpenrand wichtige Föhn zeigt im Normalfall keine speziellen klimatischen Auswirkungen auf Baden.

Die nĂ€chstgelegenen Klima-Messstationen von MeteoSchweiz befinden sich in Buchs/Aarau und ZĂŒrich-Affoltern. Beide sind rund 20 Kilometer entfernt und liefern annĂ€hernd gleiche Werte.cite-ref-11[11] Daraus ergibt sich fĂŒr Baden ungefĂ€hr eine Jahresmitteltemperatur von 8,6 °C. Der kĂ€lteste Monat ist Januar mit −0,6 °C, der wĂ€rmste ist Juli mit 18,0 °C. Die Niederschlagsmenge betrĂ€gt rund 1050 mm pro Jahr, wobei besonders wĂ€hrend der drei Sommermonate aufgrund der konvektiven NiederschlĂ€ge höhere Mengen gemessen werden als im Winter.

Stadtgliederung

Aufgrund der naturrĂ€umlichen Gliederung weist das Siedlungsgebiet eine strahlenförmige Struktur auf. Den Mittelpunkt bildet die am linken Ufer der Limmat in der Klus zwischen der LĂ€gern und dem Schlossberg gelegene Altstadt. Nördlich davon liegen das moderne Zentrum mit dem Bahnhof, das BĂ€derquartier und das Industriegebiet. Durch das Engnis bei der Klus am Martinsberg vom Industriegebiet getrennt, schliesst sich im Nordwesten auf einer Ebene ĂŒber der Limmat das Kappelerhof-Quartier an. Im Eichtal westlich der Altstadt liegen das Allmend-Quartier und der ehemalige Weiler MĂŒnzlishausen. SĂŒdwestlich der Altstadt erstreckt sich im engen Tal des Stadtbachs zwischen Hundsbuck und ChrĂŒzliberg das Meierhof-Quartier bis zum Weiherhof, im SĂŒden am Osthang des ChrĂŒzlibergs das Brunnmatt-Quartier mit dem Friedhof. Auf der rechten Seite der Limmat besitzt Baden eine kleine FlĂ€che auf dem Wettingerfeld und am Abhang des LĂ€gernauslĂ€ufers bis unterhalb von Schloss Schartenfels.cite-ref-swisstopo-8-3[8]

Knapp drei Kilometer sĂŒdwestlich der Altstadt liegen an der SeitenmorĂ€ne des ehemaligen Reussgletschers die Ortsteile DĂ€ttwil und Segelhof mit zusammen etwa 2800 Einwohnern. In dieser Gegend besitzt die Stadt fast ihre gesamten Baulandreserven. Nochmals rund zwei Kilometer weiter sĂŒdwestlich liegt im Reusstal der Ortsteil RĂŒtihof, eine fast gĂ€nzlich ĂŒberbaute Exklave zwischen den Gemeindearealen von Fislisbach und Mellingen.cite-ref-swisstopo-8-4[8] Mit rund 2400 Einwohnern ist sie die bevölkerungsreichste Exklave der Schweiz. Rund 4,5 km westnordwestlich der Innenstadt liegt das Dorfzentrum der ehemals eigenstĂ€ndigen Gemeinde Turgi, die Anfang 2024 mit Baden fusionierte.

Das Gemeindegebiet ist 1472 Hektaren gross, davon sind 794 Hektaren mit Wald bedeckt und 527 Hektaren ĂŒberbaut.cite-ref-12[12] Baden verfĂŒgt ĂŒber eine sehr grosse WaldflĂ€che am Abhang ĂŒber der Limmat bei Kappelerhof, im Gebiet MĂŒseren, Langholz und Brenntrain und auf der Baregg bis zum Oberforst. Rund ein Viertel der Badener WaldflĂ€che steht unter Naturschutz; im Teufelskeller, auf dem Unterwilerberg und am Sonnenberg befinden sich Waldreservate.cite-ref-13[13] Der höchste Punkt liegt auf 619 Metern am Oberhau, der tiefste auf 331 Metern an der Limmat.

Die Nachbargemeinden Badens sind Obersiggenthal und Untersiggenthal im Norden, Ennetbaden und Wettingen im Osten, Neuenhof im SĂŒdosten, Fislisbach im SĂŒden, Birmenstorf und Gebenstorf im Westen. Die Exklave RĂŒtihof grenzt an Birmenstorf, Fislisbach und Mellingen. Das Badener Stadtzentrum bildet zusammen mit Ennetbaden, Neuenhof, Obersiggenthal und Wettingen einen lĂŒckenlos zusammengewachsenen Siedlungsraum.

2020 erhielt Baden fĂŒr seine qualitĂ€tsvolle, nachhaltige Gliederung des öffentlichen Raums den Wakkerpreis, der vom Schweizer Heimatschutz fĂŒr beispielhaften Schutz des Ortsbildes verliehen wird.

Geschichte

Ur- und FrĂŒhgeschichte

Das Limmattal war bereits wĂ€hrend der Mittelsteinzeit besiedelt. Die Menschen betrieben Fischfang, wie Funde von Harpunen aus Knochen und Hirschgeweih beweisen. WĂ€hrend der Jungsteinzeit bildete sich entlang der Limmat ein kontinuierlicher Siedlungsraum. Auf Stadtgebiet gefundene GegenstĂ€nde sind der Horgener Kultur und der Schnurkeramik-Kultur zuzuordnen, darunter Schuhleistenkeile, Steinbeile und Handspindel. WĂ€hrend der Bronzezeit blieben Steinwerkzeuge noch lange in Gebrauch, da Kupfer und Bronze importiert werden mussten. Deshalb sind Funde von MetallgegenstĂ€nden eher spĂ€rlich, darunter ein bei DĂ€ttwil entdecktes Beil. Aus der Hallstattzeit ist lediglich eine Fibel bekannt, aus der LatĂšnezeit eine TonschĂŒssel. Griechische HĂ€ndler brachten im 5. Jahrhundert v. Chr. ein Apotropaion nach Baden, das 1871 zum Vorschein kam. Etwa im 2. Jahrhundert v. Chr. begann sich die keltische Volksgruppe der Helvetier anzusiedeln. Baden dĂŒrfte eine von 400 Siedlungen der Helvetier gewesen sein, die Julius Caesar in seinem Bericht De bello Gallico erwĂ€hnte.cite-ref-14[14]

Römische Zeit

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Hauptartikel

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Aquae Helveticae

Im Jahr 14 n. Chr. bauten die Römer etwa fĂŒnf Kilometer westlich von Baden, auf dem Gemeindegebiet von Windisch, das Legionslager Vindonissa. Die römischen LegionĂ€re erkannten die Heilwirkung des Thermalwassers und errichteten Thermenanlagen an der Flussbiegung der Limmat, inschriftlich bezeugt als Aquae Helveticae. Unmittelbar angrenzend entstand im ersten Viertel des 1. Jahrhunderts ein von HĂ€ndlern und Handwerkern bewohnter Vicus.cite-ref-15[15] Der Ort, der wahrscheinlich unter militĂ€rischer Verwaltung stand, lag am Schnittpunkt bedeutender Verkehrsverbindungen. Die Hauptachse fĂŒhrte von Augusta Raurica (Augst) ĂŒber Vitudurum (Oberwinterthur) nach Brigantium (Bregenz), vor der BrĂŒcke in Aquae Helveticae bog eine Strasse in Richtung Turicum (ZĂŒrich) ab, die weiter zu den AlpenpĂ€ssen fĂŒhrte.cite-ref-roemer-16-0[16] 2008 ergaben Grabungen, dass die Siedlung sich auch auf das Gebiet von Ennetbaden erstreckte.cite-ref-17[17]

Einen RĂŒckschlag erlitt Aquae Helveticae im Vierkaiserjahr 69. Die 21. Legion (Legio XXI Rapax), die den Gegenkaiser Vitellius unterstĂŒtzte, fĂŒhrte eine Strafaktion gegen die mit Galba verbĂŒndeten Helvetier durch. Wie Tacitus in den Historien berichtet, brannten die LegionĂ€re Aquae Helveticae nieder und rieben die helvetische Miliz auf.cite-ref-18[18] Die 11. Legion (Legio XI Claudia) war am Wiederaufbau mitbeteiligt. In der zweiten HĂ€lfte des 2. Jahrhunderts begann eine BlĂŒtezeit, die zwischen 259 und 270 durch wiederholte ÜberfĂ€lle und PlĂŒnderungen durch die Alamannen ein Ende fand. Die Einwohnerzahl sank, da die Bevölkerung vertrieben wurde und das römische MilitĂ€r wegen des zwischenzeitlichen RĂŒckzugs ĂŒber die Alpen keinen Schutz bieten konnte. In der SpĂ€tantike war der Ort wiederum bewohnt, er war aber bedeutend kleiner als zuvor.cite-ref-roemer-16-1[16]

FrĂŒh- und Hochmittelalter

Alamannische GrĂ€ber aus dem 7. Jahrhundert deuten darauf hin, dass das Gebiet nach dem endgĂŒltigen Abzug der Römer im ersten Jahrzehnt des 5. Jahrhunderts durchgehend besiedelt war.cite-ref-19[19] In der zweiten HĂ€lfte des 9. Jahrhunderts wurde der erste VorgĂ€ngerbau der heutigen Stadtpfarrkirche errichtet, die am Rande einer dörflichen Siedlung lag.cite-ref-20[20]

Noch vor der Jahrtausendwende entstand auf dem Felsgrat des Schlossbergs die Burg Stein. Auf wessen Befehl sie errichtet wurde, ist unklar; wahrscheinlich waren es die Grafen von Nellenburg, die damaligen Herrscher des ZĂŒrichgaus. Da die Grafen von Lenzburg sich im Gegensatz zu den Nellenburgern im Investiturstreit auf die Seite des deutschen Königs Heinrich IV. stellten, erhielten sie 1077 den ZĂŒrichgau und damit wohl auch Baden zugesprochen.cite-ref-21[21] Vor 1127 kam es zu einer Teilung der Lenzburger Herrschaft; die Nachkommen von Arnold II. (1070–1127) bezeichneten sich als Grafen von Baden: 1130 Arnold de Baden, 1140 Werinherus comes de Badin etc. Der Ortsname selbst ist im Nekrolog des in einer Kopie aus dem 16. Jahrhundert erhaltenen Liber Heremi fĂŒr die Zeit um 1030 erstmals in seiner deutschen Form bezeugt: Comes Eberhardus dedit huobam in Baden.cite-ref-22[22] Es handelt sich dabei um eine Übersetzung des römischen Namens Aquae im Dativ des Ortes (ze) badun «bei den BĂ€dern».cite-ref-zehnder-5-1[5]cite-ref-gs-6-1[6]

Die Badener Linie starb 1172 aus, die Hauptlinie 1173. Kaiser Barbarossa nahm eine Neueinteilung der Lehen vor. Der westliche ZĂŒrichgau zwischen Limmat und Reuss gelangte an die Habsburger. Davon ausgenommen waren Baden und die Burg Stein, die durch Erbschaft an die Grafen von Kyburg gelangten. Hartmann IV. von Kyburg starb 1264 ohne mĂ€nnliche Nachkommen. Der spĂ€tere König Rudolf I., Graf von Habsburg, ĂŒbernahm die Vormundschaft der minderjĂ€hrigen Erbin und damit auch die Verwaltung der Herrschaft. 1273 erzwang er die Abtretung der Herrschaftsgebiete im Aargau und ZĂŒrichgau, wodurch auch Baden an die Habsburger fiel.

Habsburgische Stadt

Die Siedlung an der engsten Stelle der Klus begann um 1230 nach Verleihung des Marktrechts stĂ€dtische ZĂŒge anzunehmen. Das 1265 erwĂ€hnte «Niderhus» (das spĂ€tere Landvogteischloss) schĂŒtzte den östlichen BrĂŒckenkopf am unpassierbaren LĂ€gerngrat und riegelte zusammen mit der Burg Stein die Engstelle ab. Rund 800 Meter nördlich der Hauptsiedlung lag um die Thermalquellen ein zweiter Siedlungsschwerpunkt, mit den «Grossen BĂ€dern» am linken und den «Kleinen BĂ€dern» am rechten Flussufer. Um 1250 entwickelte sich Baden zu einem eigenen Hochgerichtsbezirk.

WĂ€hrend der ersten Phase der Habsburgerkriege erkannte Albrecht I. das strategische Potenzial. 1297 verlieh er das Stadtrecht und liess Baden als Sperrfestung gegen ZĂŒrichs Expansionsbestrebungen ausbauen.cite-ref-23[23] 1303–1307 entstand der Habsburger Urbar, ein Inventar der habsburgischen AnsprĂŒche. Dessen Aufbewahrungsort war die Burg Stein, die sich zum Verwaltungssitz und zentralen Archiv Vorderösterreichs entwickelte. Königin Agnes von Ungarn stiftete 1349 das Agnesspital, das zahlreiche Grund- und Patronatsrechte erwerben konnte und zu einem bedeutenden Wirtschafts- und Machtfaktor wurde.cite-ref-24[24]

Ende 1351 zogen ZĂŒrcher Truppen durch den Ostaargau. Sie konnten die Stadt nicht einnehmen, brannten aber die BĂ€der nieder und plĂŒnderten die umliegenden Dörfer. In der Schlacht bei DĂ€ttwil konnten sie sich am 26. Dezember den RĂŒckweg freikĂ€mpfen und die Beute in Sicherheit bringen.cite-ref-25[25] 1375 hielt Baden einem Angriff der Gugler stand, die Vorstadt geriet aber in Brand. Auf die Schlacht bei Sempach von 1386 folgten PlĂŒnderungszĂŒge der Eidgenossen. ZĂŒrcher und Schwyzer brannten im Juli 1388 erneut die BĂ€der nieder. Herzog Friedrich IV. fiel im MĂ€rz 1415 beim Konzil von Konstanz in Ungnade, nachdem er dem Gegenpapst Johannes XXIII. zur Flucht verholfen hatte. König Sigismund forderte die Eidgenossen auf, den Aargau im Namen des Reiches zu erobern.

Die Eidgenossen nahmen die Aargauer StĂ€dte und Burgen mit wenig Gegenwehr ein. Am 25. April 1415 begannen sie mit der Belagerung Badens, der letzten habsburgischen Bastion. Die Verteidiger unter Landvogt Burkart von Mansberg mussten die Stadt am 3. Mai aufgeben und zogen sich auf die Burg zurĂŒck. Nachdem die Eidgenossen VerstĂ€rkung erhalten hatten, schloss Mansberg am 11. Mai einen Waffenstillstand. Damit wollte er Zeit gewinnen, denn inzwischen hatte sich Herzog Friedrich mit dem König versöhnt. Sigismund forderte die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten und die RĂŒckgabe der eroberten Gebiete. Die Eidgenossen widersetzten sich diesem Befehl: Sie zwangen die Verteidiger am 18. Mai zur Kapitulation, schafften das Archiv der Habsburger nach Luzern und schleiften die Burg.cite-ref-26[26]

Unter der Herrschaft der Eidgenossen

Sigismund erklĂ€rte Baden zur Freien Reichsstadt, doch war dieser Status bereits nach wenigen Wochen rein fiktiv, da der König die Reichspfandschaft ĂŒber den östlichen Aargau an ZĂŒrich verkaufte. Im Dezember 1415 nahm ZĂŒrich die ĂŒbrigen beteiligten Orte in die Reichspfandschaft mit auf. Dadurch ĂŒbernahmen die Eidgenossen de facto die Landesherrschaft. Baden und die nĂ€here Umgebung wurden als Grafschaft Badencite-ref-27[27] zu einer Gemeinen Herrschaft, einem gemeinsam verwalteten Untertanengebiet der Acht Alten Orte. Jeder Ort stellte im Zweijahresrhythmus einen Landvogt, der im Landvogteischloss residierte.

Schon zu habsburgischer Zeit war Baden wegen der BĂ€der und der damit verbundenen Zerstreuungen ein beliebter Verhandlungsort gewesen. Die Eidgenossen setzten diese Tradition fort. Die Verwaltung der gemeinsam eroberten Gebiete machte hĂ€ufigere Absprachen nötig. Deshalb trafen sich die Abgesandten ab 1416 im Badener Rathaus zu Tagsatzungen. Diese fanden auch in anderen StĂ€dten statt, doch die wichtigsten GeschĂ€fte wurden in Baden verhandelt. Dazu gehörten die Abnahme der Jahresrechnungen aller Gemeinen Herrschaften, aber auch Entscheidungen ĂŒber Krieg, Frieden und BĂŒndnisse. Wichtige VertrĂ€ge, die hier ausgehandelt wurden, sind der Badener Vertrag von 1585 und die Defensionale von 1668.

König Friedrich III. verbĂŒndete sich 1443 im Alten ZĂŒrichkrieg mit ZĂŒrich. Baden ergab sich kampflos den ĂŒbrigen Orten. Am 2. Juli 1443 bestĂ€tigten sie den theoretischen Status als Freie Reichsstadt und erzwangen jederzeitigen uneingeschrĂ€nkten Zugang. Ausserdem musste sich Baden bei zukĂŒnftigen Auseinandersetzungen neutral verhalten. Wenige Tage spĂ€ter unternahmen die Österreicher einen Überfall auf Baden, der jedoch scheiterte. Bis 1446 versuchten die ZĂŒrcher insgesamt viermal, die Stadt einzunehmen. Die Versuche scheiterten, die ZĂŒrcher plĂŒnderten jedoch die Umgebung und steckten die BĂ€der sowie die Vorstadt in Brand.cite-ref-28[28]

Die Grafschaft Baden war ein straff gefĂŒhrter Verwaltungsbezirk, wobei die Stadt eine autonome Sonderstellung hatte. Inhaber der Regierungs- und Gerichtsgewalt waren der Schultheiss und der sechsköpfige Kleine Rat. Sie fĂŒhrten gemeinsam die Verwaltung, beaufsichtigten den Markt, waren Appellationsinstanz und ernannten Beamte. Der Schultheiss wurde aus den Reihen des Kleinen Rates gewĂ€hlt, der auch neue Mitglieder selbst bestimmte. Zu besonders wichtigen GeschĂ€ften wurde der ebenfalls sich selbst ergĂ€nzende Rat der Vierzig hinzugezogen. Schultheiss, Kleiner Rat und Rat der Vierzig ernannten den Rat der Sechzig, der aber nur reprĂ€sentative Aufgaben hatte. Mit der Zeit bildete sich ein Patriziat, das die einfachen BĂŒrger von der Politik ausschloss.cite-ref-29[29]

Wegen der BĂ€der und der Lage am Schnittpunkt mehrerer wichtiger Strassen war die Wirtschaftsstruktur vielfĂ€ltig. Der Anteil am Warenverkehr auf der Limmat hingegen war gering, da ZĂŒrich diesen monopolartig beherrschte. Das Einzugsgebiet des Marktes umfasste fast die gesamte Grafschaft Baden und bedrĂ€ngte jenen naher KleinstĂ€dte.cite-ref-30[30] Unter den Handwerkern ĂŒberdurchschnittlich vertreten war aufgrund der Nachfrage der BadegĂ€ste und Abgesandten das Kunsthandwerk. Die Handwerkszweige waren in Bruderschaften organisiert, die jedoch keinen politischen Einfluss hatten.cite-ref-31[31] Hohe Ungeldeinnahmen fĂŒhrten zu einer starken Finanzkraft. Das «Rentamt» legte die ĂŒberschĂŒssigen Gelder des Stadthaushalts in Darlehen an, die an Privatpersonen, FĂŒrsten, Klöster und StĂ€dte gingen.

Reformationswirren und Religionskriege

Im Jahre 1512 erhielt die Stadt Baden von Papst Julius II. eigens einen wertvollen Juliusbanner fĂŒr die 1508–1510 im Grossen Pavier Feldzug geleisteten Dienste zur Vertreibung der Franzosen.cite-ref-32[32] Huldrych Zwingli begann 1519 die Lehren der Reformation zu verbreiten und fand bald auch in der Grafschaft Baden AnhĂ€nger. Als der Pfarrer von Fislisbach (eine Kollatur des Agnesspitals) 1522 Partei fĂŒr den Reformator ergriff, fĂŒhrte dies zu einem Tumult, was einer der Auslöser der ZĂŒrcher Disputationen von 1523 war. Im Mai und Juni 1526 fand die Badener Disputation zwischen Johannes Eck und Johannes Oekolampad statt. Vier der Dreizehn Alten Orte entschieden sich fĂŒr den neuen Glauben, was das Ende der konfessionellen Einheit bedeutete. Zahlreiche Pfarreien der Grafschaft schlossen sich der Reformation an. Die Stadt hingegen blieb katholisch, vor allem weil sie ihren Status als Tagsatzungs- und Kurort nicht gefĂ€hrden wollte.cite-ref-33[33]

1529 fĂŒhrten die latenten Spannungen zum Ersten Kappelerkrieg, der jedoch kampflos endete. In den Gemeinen Herrschaften durften die Kirchgemeinden autonom ĂŒber das religiöse Bekenntnis entscheiden, wobei Baden weiterhin dem alten Glauben treu blieb. Im Zweiten Kappelerkrieg von 1531 verhinderten die katholischen Orte die weitere Ausbreitung der Reformation. GemĂ€ss dem Zweiten Landfrieden wurden mehrere Pfarreien um Baden und das Kloster Wettingen rekatholisiert. Das Agnesspital blieb weiterhin im Besitz ihrer Kollaturen auf ZĂŒrcher Gebiet, musste aber die Einsetzung reformierter Geistlicher dulden.cite-ref-34[34]

Baden blieb weiterhin ein beliebtes Reiseziel fĂŒr weltliche und geistliche WĂŒrdentrĂ€ger beider Konfessionen. 1588 grĂŒndeten Kapuziner das Kloster St. Johannes und Katharina, das wĂ€hrend der Tagsatzungen als Treffpunkt der katholischen Abgesandten diente. 1612, ein Jahr nach einer verheerenden Pestepidemie, folgte die GrĂŒndung des Kapuzinerinnenklosters MariĂ€ Krönung. Die Stadt grĂŒndete 1624 das Chorherrenstift MariĂ€ Himmelfahrt.

Nach der Niederlage der Reformierten im Ersten Villmergerkrieg von 1655/56 plante Baden den Wiederaufbau der Burg Stein als Festung. Ende 1657 begannen die aus Eigenmitteln finanzierten Bauarbeiten, die eine klare Missachtung der Friedens- und NeutralitĂ€tsbestimmungen darstellten. ZĂŒrich protestierte gegen den Festungsbau, verbot seinen BĂŒrgern fĂŒr sechs Jahre den BĂ€derbesuch und erliess wirtschaftliche Sanktionen. Doch die ĂŒbrigen Orte wollten sich nicht in einen weiteren Konflikt hineinziehen lassen.cite-ref-35[35] Der Festungsbau war 1670 abgeschlossen, bis 1692 folgte die VerstĂ€rkung der Stadtmauern. WĂ€hrend des Spanischen Erbfolgekriegs war Baden Sitz des österreichischen Botschafters; auch die Gesandten Frankreichs und Spaniens weilten oft in der Stadt.cite-ref-36[36]

Das Verteidigungsbauwerk war bereits bei seiner Fertigstellung technisch veraltet. Insbesondere fehlten Aussenwerke, so dass sich den Gegnern ein leichtes Ziel bot.cite-ref-37[37] Wenige Wochen nach Ausbruch des Zweiten Villmergerkriegs belagerten Berner und ZĂŒrcher am 30. Mai 1712 Baden; sie beschossen Stadt und Festung mit Artillerie. Noch wĂ€hrend der Schultheiss angesichts der schweren SchĂ€den mit den Bernern verhandelte, ĂŒbergaben vier Ratsherren am Morgen des 31. Mai die TorschlĂŒssel den ZĂŒrchern, woraufhin diese einmarschierten.cite-ref-38[38]

Hexenverfolgung

Die Hexenverfolgungen in Baden sind ein dunkles Kapitel der Geschichte der Stadt. Im 16. Jahrhundert wurden ĂŒber 30 Hexenprozesse von der Gerichtsbarkeit der Grafschaft Baden gefĂŒhrt. Johann Jakob Wick stellt die Verbrennung von drei Hexen am 4. November 1585 in Baden dar. Zwischen der Grafschaft Baden und der Stadt gab es RivalitĂ€ten um die ZustĂ€ndigkeit der Gerichtsbarkeit. Vor 1608 ist kein Prozess verzeichnet, der von stĂ€dtischen Gerichtsbehörden gefĂŒhrt wurde. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts bemĂŒhten sich der Schultheiss sowie der Kleine Rat und Grosse Rat der Stadt Baden um das Gerichtsmonopol fĂŒr Hexenverfolgung. Alle angeklagten Frauen wurden zum Tode verurteilt. Es gibt keine Belege fĂŒr Hexenprozesse gegen MĂ€nner. FĂŒr die Stadt Baden finden sich fĂŒr das 17. Jahrhundert Hinweise auf Namen von 17 Opfern der Hexenprozesse.cite-ref-39[39] Die beiden letzten Opfer der Hexenverfolgung im Jahr 1642 waren Maria Bodmer von Baden, die einem der ersten BĂŒrgergeschlechter der Stadt angehört haben soll, und Barbel Zingin aus Schneisingen.

Krise und Revolution

1712 musste Baden harte Kapitulationsbedingungen hinnehmen. Die Sieger nahmen sĂ€mtliche Waffen, den Bargeldbestand, das Silbergeschirr sowie KunstgegenstĂ€nde und Kirchenglocken in ihren Besitz. Die ZĂŒrcher zerstörten bis zum 18. Juni die Festung und zwangen die Badener, aus dem Abbruchmaterial die reformierte Kirche zu bauen. Die katholischen Orte wurden von der Verwaltung der Grafschaft ausgeschlossen, und die Stadt musste Machtbefugnisse an die Landvögte abtreten. Die BĂŒrger mussten alle 15 Jahre einen unterwĂŒrfigen Huldigungseid schwören.cite-ref-40[40]

Nach Ende des Erbfolgekrieges fanden in Baden von Anfang Juni bis 7. September 1714 Friedensverhandlungen zwischen den europĂ€ischen MĂ€chten statt. Dabei wurde ĂŒber die Miteinbeziehung des Heiligen Römischen Reiches in den Rastatter Frieden verhandelt. Abgesandte von 39 Regierungen weilten in der Stadt; allein der französische Abgesandte hatte rund 300 Begleiter, darunter eine Theatergesellschaft.cite-ref-41[41] Der Glanz des pompösen Kongresses, der mit dem Frieden von Baden seinen Abschluss fand, konnte nur kurz ĂŒber den markanten Bedeutungsverlust nach 1712 hinwegtĂ€uschen. Zwar fanden weiterhin vereinzelt Tagsatzungen statt, doch die katholischen Orte weigerten sich, hier ĂŒber die Verwaltung und die RechnungsabschlĂŒsse der Gemeinen Herrschaften zu beraten. Aufgrund zunehmend ausbleibender BadegĂ€ste erlebte Baden wĂ€hrend Jahrzehnten eine wirtschaftliche SchwĂ€chung.

In den Jahren der Französischen Revolution hielten sich wiederholt FlĂŒchtlinge in Baden auf. WĂ€hrend des Franzoseneinfalls von 1798 blieb die Lage zunĂ€chst ruhig. Nachdem aber Bern am 5. MĂ€rz kapituliert hatte, regte sich auch hier Widerstand gegen die alte Ordnung. Am 12. April wurde unter französischem Druck die Helvetische Republik gegrĂŒndet. Einen Tag zuvor bildeten die Grafschaft Baden, die Freien Ämter, das Amt Merenschwand und das Kelleramt den neuen Kanton Baden. Im helvetischen Zentralstaat waren die Kantone reine Verwaltungseinheiten, die weiter in Distrikte und MunizipalitĂ€ten unterteilt waren. Baden wurde am 17. Mai zum Kantonshauptort bestimmt.cite-ref-42[42]

Der Zweite Koalitionskrieg hatte 1799 gravierende Auswirkungen auf Baden. Tausende französische Soldaten mussten untergebracht und verpflegt werden. WĂ€hrend der Ersten Schlacht von ZĂŒrich liess General AndrĂ© MassĂ©na die BrĂŒcken in Baden und beim Kloster Wettingen zerstören, um den RĂŒckzug zu sichern. Zwar begann der Wiederaufbau bereits nach der Zweiten Schlacht von ZĂŒrich, doch verzögerte sich die Eröffnung bis 1809. Strafgefangene bauten zwischen 1802 und 1805 eine linksufrige Umgehungsstrasse, trotz Protesten der Stadt und des Klosters, die ihre BrĂŒckenzolleinnahmen gefĂ€hrdet sahen.cite-ref-43[43]

Nachdem sich die Franzosen im SpĂ€tsommer 1802 vorĂŒbergehend zurĂŒckgezogen hatten, destabilisierte sich die Lage. Am 13. September besetzten Bauern aus Ehrendingen und Siggenthal widerstandslos die Stadt. Der Aufstand weitete sich zum Stecklikrieg aus und fĂŒhrte nach wenigen Tagen zum Sturz der helvetischen Regierung.cite-ref-44[44] Bereits Ende Oktober rĂŒckten die Franzosen wieder ein. Mit der am 19. MĂ€rz 1803 von Napoleon Bonaparte unterzeichneten Mediationsakte hörte die Helvetische Republik auf zu existieren. Der Kanton Baden wurde aufgelöst, seither ist Baden Bezirkshauptort im Kanton Aargau. DĂ€ttwil strebte die Vereinigung mit Baden an. Doch die Kantonsregierung ordnete am 12. September 1804, gegen den Willen der Einwohner, den Zusammenschluss DĂ€ttwils mit RĂŒtihof, MĂŒnzlishausen und mehreren Einzelhöfen zu einer eigenstĂ€ndigen Gemeinde an.cite-ref-45[45] Die französische Fremdherrschaft endete 1813.

Wertewandel, Eisenbahnbau, Industrialisierung

Mit Ennetbaden, dem auf der rechten Limmatseite gelegenen Stadtteil, bestand wĂ€hrend Jahrhunderten ein kompliziertes RechtsverhĂ€ltnis. Nur die Inhaber der «Kleinen BĂ€der» besassen das BĂŒrgerrecht, die ĂŒbrigen Bewohner waren Hintersassen, die dem Kloster St. Blasien zehntpflichtig waren. Nach 1415 verlagerte sich die Steuerpflicht zunehmend zur Stadt, ohne dass den Ennetbadenern die gleichen Rechte zugestanden wurden. Ab 1798 entsandten sie zwar einen Vertreter in den Stadtrat, der aber nur eingeschrĂ€nktes Mitbestimmungsrecht hatte, so dass es hĂ€ufig zu Spannungen kam. Als die Ennetbadener die Zahlung der Polizeisteuer verweigerten, stellte der Stadtrat im Januar 1817 beim Kanton den Antrag, den Stadtteil abzutrennen und daraus eine eigenstĂ€ndige Gemeinde zu bilden. Nach langen Verhandlungen erliess die Kantonsregierung ein entsprechendes Dekret, das nach der Zustimmung des Grossen Rates am 22. Dezember 1819 in Kraft trat.cite-ref-46[46]

Im Verlaufe des 19. Jahrhunderts vollzog sich ein kultureller Wandel. Neue GebĂ€ude verĂ€nderten das Stadtbild grundlegend, die SiedlungsflĂ€che dehnte sich aus. Der bisher dominante katholische Einfluss schwand. Die liberalen Kantone verabschiedeten am 27. Januar 1834 die Badener Artikel, mit dem Ziel, die katholische Kirche unter staatliche Kontrolle zu stellen. Im Zuge des Aargauer Klosterstreits, als die Aargauer Regierung im Januar 1841 sĂ€mtliche Klöster aufhob, mussten auch die beiden Klöster in Baden schliessen. Zwar wurde das Kapuzinerinnenkloster 1843 wiedereröffnet, 1867 jedoch endgĂŒltig aufgehoben.cite-ref-47[47] Der Kulturkampf liess 1874/1875 die konfessionellen GegensĂ€tze ein letztes Mal aufeinanderprallen, als der Stadtrat das Chorherrenstift liquidierte.cite-ref-48[48] Der Wertewandel fĂŒhrte damals auch zum Abriss traditionsreicher GebĂ€ude wie dem Agnesspital, dem Mellingerturm und der Kapuzinerkirche.

Die Industrialisierung setzte spĂ€t ein. Die erste Fabrik, die Spinnerei Wild & Solivo, nahm 1837 den Betrieb auf und nutzte die Wasserkraft der Limmat. Entscheidenden Einfluss auf die spĂ€tere wirtschaftliche Entwicklung hatte die Eisenbahn: Ab 7. August 1847 war Baden die Endstation der ersten rein schweizerischen Eisenbahnstrecke, der Schweizerischen Nordbahn von ZĂŒrich her. Sie erhielt den Spitznamen «Spanisch-Brötli-Bahn», nach dem in Baden hergestellten GebĂ€ck Spanisch Brötli. Unter dem Schlossberg entstand der erste Eisenbahntunnel der Schweiz. Am 29. September 1856 wurde die Strecke nach Brugg verlĂ€ngert.cite-ref-49[49]

Der Eisenbahnbau fĂŒhrte mit etwas Verzögerung zur Ansiedlung von metallverarbeitenden Betrieben. 1863 grĂŒndete der Handelsverein zur Förderung der Wirtschaft die Bank in Baden (1905 in der Bank in Winterthur, einer der Ursprungsgesellschaften der UBS, aufgegangen). Im darauf folgenden Jahr folgte die GrĂŒndung der Gewerbekasse durch den Handwerker- und Gewerbeverein, woraus sich die Gewerbebank entwickelte (seit 1995 Teil der NAB).cite-ref-50[50] Auch der Tourismus profitierte: Umfangreiche Investitionen fĂŒhrten zu einer BlĂŒtezeit des BĂ€derbetriebs. Nach der Eröffnung des Kursaals, des Kurparks und des Grand HĂŽtel Mitte der 1870er Jahre fanden vermehrt internationale KurgĂ€ste den Weg nach Baden.

WĂ€hrend des Eisenbahnbooms der 1870er Jahre beteiligte sich Baden an der Schweizerischen Nationalbahn (SNB). Geplant war eine mit Gemeindegeldern finanzierte «Volksbahn» als Konkurrenz zu den privaten «Herrenbahnen» SCB und NOB. Am 6. September 1877 eröffnete die SNB den Abschnitt Wettingen–Lenzburg–Zofingen mit dem Bahnhof Baden Oberstadt. Bereits 1878 folgte die Zwangsliquidation der SNB und deren Übernahme durch die NOB. Die RĂŒckzahlung des Garantiekapitals belastete bis 1935 die stĂ€dtischen Finanzen.cite-ref-51[51] Armin Kellersberger, der damalige Stadtammann, konnte in Verhandlungen die Eröffnung eines Konkursverfahrens wegen der Schuldenlast abwenden.

1891 grĂŒndeten Charles Eugene Lancelot Brown und Walter Boveri in Baden die Brown, Boveri & Cie. (BBC). Auf dem Haselfeld entstanden weitlĂ€ufige Fabrikationsanlagen. Der erste Auftrag der BBC war der Bau von Generatoren fĂŒr das stĂ€dtische ElektrizitĂ€tswerk Kappelerhof, das 1892 seinen Betrieb aufnahm (es war zugleich das erste Kraftwerk im Aargau).cite-ref-52[52] Boveri grĂŒndete ausserdem 1894 die ElektrizitĂ€tswerk Olten-Aarburg AG und 1895 die Motor AG. aus der spĂ€ter Axpo und Motor-Columbus hervorgingen.cite-ref-53[53]

Entwicklung zum Ostaargauer Regionalzentrum

Aufgrund des grossen Erfolgs der BBC und deren Aufstieg zu einem Weltkonzern erlebte Baden ein rasches Bevölkerungswachstum, das auch die Nachbargemeinden erfasste. Der industrielle Sektor profitierte wĂ€hrend des Ersten Weltkriegs vom Wegfall auslĂ€ndischer Konkurrenz. Wegen der hohen Inflation verarmten jedoch weite Teile der Bevölkerung, was die Stadt vor grosse sozialpolitische Probleme stellte. Zudem grassierte die Spanische Grippe. WĂ€hrend des Landesstreiks im November 1918 besetzte das MilitĂ€r die Stadt drei Tage lang.cite-ref-54[54] Die Weltwirtschaftskrise traf die exportabhĂ€ngige Elektrotechnikindustrie hart: Rund die HĂ€lfte der Arbeiter musste entlassen werden, nach wenigen Jahren folgte jedoch wieder ein Aufschwung.cite-ref-55[55] WĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs wurden rund um Baden als Teil der «Limmatlinie» Bunker und Panzersperren gegen einen möglichen deutschen Angriff gebaut sowie im Zuge der «Anbauschlacht» (Plan Wahlen) ein Teil des Waldes fĂŒr die landwirtschaftliche Nutzung gerodet.

Basierend auf der Regionalplanung von Hans Marti setzte die Stadt zwischen 1957 und 1965 die «grosse Verkehrssanierung» um. Ziel war die EntschĂ€rfung des Strassenverkehrs im natĂŒrlichen Engpass. Die Bahnlinie verlegte man in den neuen Kreuzlibergtunnel, was es erlaubte, die BahnĂŒbergĂ€nge am Schlossbergplatz und am Schulhausplatz, die den Verkehr immer stĂ€rker behinderten, aufzuheben. Der Strassenverkehr wurde aus der Altstadt verbannt und fĂŒhrt seither durch den Schlossberg-Eisenbahntunnel von 1847. In der Badstrasse entstand 1972 im Zuge des Bahnhofumbaus die erste FussgĂ€ngerzone der Schweiz.cite-ref-56[56]cite-ref-57[57]

Kurz vor dem Ersten Weltkrieg hatte der Badetourismus seinen Höhepunkt erreicht. Doch die folgenden Kriegs- und Krisenjahre fĂŒhrten zu einem allmĂ€hlichen Niedergang. Das Grand HĂŽtel ging in Konkurs und wurde 1944 von der Schweizer Armee gesprengt, zahlreiche weitere Hotels mussten in der Folge ebenfalls schliessen. Baden erlitt als Kurort einen Bedeutungsverlust und fiel weit hinter die Aargauer Konkurrenten Bad Zurzach, Rheinfelden und Schinznach-Bad zurĂŒck. Dem gegenĂŒber stand die weiterhin wachsende Bedeutung der Industrie: Um 1960 waren zwei Drittel der ErwerbstĂ€tigen im industriellen Sektor tĂ€tig.

Ab den 1940er Jahren gab es Bestrebungen, die Gemeinde DĂ€ttwil mit den Exklaven RĂŒtihof, Segelhof und MĂŒnzlishausen nach Baden einzugemeinden. 1959 erhielt der Badener Stadtrat von der Gemeindeversammlung den Auftrag, eine entsprechende Vereinbarung auszuarbeiten. Die Badener Gemeindeversammlung stimmte dem Fusionsvertrag mit deutlicher Mehrheit zu, in der Gesamtgemeinde DĂ€ttwil gab es eine Mehrheit von 96 zu 32 Stimmen. Die Zustimmung variierte jedoch stark: WĂ€hrend es in den Ortsteilen MĂŒnzlishausen und RĂŒtihof fast keine Gegenstimmen gab, sprach sich eine knappe Mehrheit des grössten Ortsteils DĂ€ttwil dagegen aus und wurde folglich ĂŒberstimmt. Nach der formellen BestĂ€tigung des Ergebnisses durch den Grossen Rat erfolgte die Fusion am 1. Januar 1962.cite-ref-58[58] Motivation fĂŒr den Zusammenschluss waren insbesondere auf Seiten Badens die sich daraus ergebenden baulichen Entwicklungsmöglichkeiten. Das spĂ€tere Wachstum der Stadt erfolgte danach fast ausschliesslich in den eingemeindeten Stadtteilen. 1967 entstanden im Segelhof das Forschungszentrum der BBC und 1978 in DĂ€ttwil das Kantonsspital.cite-ref-59[59]

In den 1980er Jahren begann ein tief greifender Strukturwandel, der mit der Deindustrialisierung und der Hinwendung zum Dienstleistungssektor verbunden war. So wandelten sich etwa das Armaturenunternehmen Oederlin und der Waschmaschinenhersteller Merker zu Immobiliengesellschaften. Noch grössere Auswirkungen hatte 1988 die Fusion der BBC und der schwedischen ASEA zur Asea Brown Boveri (ABB). Zwar blieb die ABB in Baden weiterhin prĂ€sent, doch verlegte sie zahlreiche Fabrikationsbetriebe an andere Standorte in der Schweiz; die nicht mehr benötigten Anlagen wurden neuen Nutzungen zugefĂŒhrt.cite-ref-60[60]

21. Jahrhundert

Seit der Jahrtausendwende stösst Baden wieder an seine Wachstumsgrenzen. Dem Trend zu vermehrten Gemeindefusionen folgend, strebte Baden mit Neuenhof einen Zusammenschluss zwischen 2012 und 2014 an. Die RĂ€te beider Gemeinden unterzeichneten im MĂ€rz 2008 eine entsprechende AbsichtserklĂ€rung. Die Gemeindeversammlung von Neuenhof und der Einwohnerrat von Baden hatten am 30. MĂ€rz 2010 der Fusion zugestimmt, die auf den 1. Januar 2012 hĂ€tte realisiert werden sollen. In der Volksabstimmung am 13. Juni 2010 stimmte Neuenhof der Fusion zwar deutlich zu,cite-ref-61[61] die Bevölkerung Badens lehnte sie jedoch knapp ab.cite-ref-62[62] Durch die Fusion wĂ€re Baden zur bevölkerungsreichsten Gemeinde des Kantons geworden. Das Ziel der Kantonsregierung, Baden durch weitere Fusionen zu einem Zentrum mit nationaler Ausstrahlung zu entwickeln,cite-ref-63[63] hat damit einen herben RĂŒckschlag erhalten.

Am 12. MÀrz 2023 stimmte die Badener (sowie auch die Turgemer) Stimmbevölkerung der Gemeindefusion mit Turgi zu, womit Baden ab dem 1. Januar 2024 zur einwohnerstÀrksten Aargauer Gemeinde wurde und Turgi ein Stadtteil von Baden.

Siegel, Fahne und Wappen

Die erstmalige Verwendung eines Stadtsiegels ist an einer Urkunde vom 25. Februar 1311 bezeugt. Es zeigte, von Quellwasser umspĂŒlt und von Weinreben umrankt, ein Badebecken, in dem ein Mann und eine Frau sitzen und Trauben essen. In Gebrauch war es bis 1497; daneben existierten sechs Ă€hnliche Siegel, die bis etwa 1800 verwendet wurden. Das Spital verfĂŒgte ĂŒber eigene Siegel (vor griechischem Kreuz eine Hand, die zwei Finger ausstreckt). Die erste urkundliche ErwĂ€hnung des Badener Stadtbanners stammt aus dem Jahr 1361. Das stĂ€dtische Regiment fĂŒhrte es 1386 in die Schlacht bei Sempach mit, die Ă€lteste bildliche Darstellung findet sich 1470 in der Tschachtlanchronik.cite-ref-64[64]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «Unter rotem Schildhaupt in Weiss schwarzer Pfahl.» 1441 wurde die erste Darstellung des Banners in Wappenform, in Eisen gegossen, ĂŒber dem Tor des Stadtturms angebracht, mit dem ĂŒberhöhten Reichsadler, der den theoretischen Status als Freie Reichsstadt verdeutlichen sollte. Die Bedeutung des Wappens ist nicht ĂŒberliefert. Möglicherweise geht es auf die Grafen von Lenzburg-Baden zurĂŒck, oder es handelt sich um eine Ableitung des rot-weiss-roten österreichischen Wappens. Das Stadtwappen gilt unverĂ€ndert auch als Bezirkswappen. Die Stadtfarben sind Schwarz-Weiss.cite-ref-65[65]

Stadtbild und Architektur

Siehe auch

:

Liste der KulturgĂŒter in Baden

Altstadt

Die Badener Altstadt erstreckt sich zwischen dem keilförmig hochragenden Schlossberg im Westen und der zum Limmatufer hin steil abfallenden Halde. Siedlungsgeschichtlich lĂ€sst sie sich in drei Teile gliedern. Der Ă€lteste Teil im Westen wurde Mitte des 13. Jahrhunderts fĂ€cherförmig angelegt, war der Mittelpunkt des Marktes und nahm den Durchgangsverkehr in Nord-SĂŒd-Richtung auf. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts folgte der konzentrisch angelegte mittlere Abschnitt mit Kirchenbezirk und ReprĂ€sentationsbauten. Schliesslich folgte in der zweiten HĂ€lfte des 14. Jahrhunderts eine Erweiterung nach Norden und zum Fluss hinunter.cite-ref-66[66] Die Bausubstanz stammt ĂŒberwiegend aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, die HĂ€user sind im gotischen, vereinzelt auch im barocken Stil errichtet. In der Regel herrschen traufstĂ€ndige, ununterbrochene HĂ€userzeilen von drei bis vier Stockwerken vor. Das Ortsbild als Ganzes zĂ€hlt zu den eindrĂŒcklichsten der Schweiz und ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung; von den öffentlichen Bauten abgesehen, fallen aber wenige HĂ€user durch ein aussergewöhnliches GeprĂ€ge auf.cite-ref-67[67]

Rund 60 Höhenmeter ĂŒber der Altstadt ragt die Ruine Stein empor, aufgrund der exponierten Lage auf dem Schlossberg das Wahrzeichen Badens. Die um das Jahr 1000 errichtete Burg war wĂ€hrend knapp 150 Jahren das Archiv der Habsburger, bis zur Zerstörung durch die Eidgenossen im Jahr 1415. Die Stadt liess die Burg von 1657 bis 1670 als Festung neu errichten, 1712 wurde sie erneut geschleift. Erhalten geblieben ist nebst dem rekonstruierten Wachtturm nur die Burgkapelle Sankt Nikolaus. Östlich der Ruine fĂŒhren Reste der alten Stadtmauer hinunter zum Stadtturm. Er entstand um 1445 und ist 56,45 Meter hoch. Der mit Erkern verzierte und mit Fresken bemalte Turm diente dem Architekten Gustav Gull als Vorlage fĂŒr den Turm des Landesmuseums ZĂŒrich.

Eine Höhe von 52 Metern erreicht der Turm der in der Mitte der Altstadt gelegenen Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt. In ihrer heutigen Form besteht die gotische Kirche seit 1460, ihr erster VorgĂ€ngerbau geht auf die zweite HĂ€lfte des 9. Jahrhunderts zurĂŒck. Aus dem Jahr 1509 stammt die benachbarte Sebastianskapelle, das ehemalige Beinhaus. Nahe dem Kirchplatz befindet sich eine aus vier öffentlichen GebĂ€uden bestehende HĂ€userzeile. Diese umfasst das Rathaus, das Stadthaus, das ehemalige Zeughaus und die Stadtkanzlei. Der Tagsatzungssaal im zweiten Obergeschoss des Rathauses war wĂ€hrend drei Jahrhunderten der wichtigste Versammlungsort der eidgenössischen Tagsatzung.

Mit dem 1676 errichteten Bernerhaus in der Weiten Gasse leistete sich die Stadt Bern als einziger Ort der Eidgenossenschaft ein stĂ€ndiges Absteigequartier fĂŒr seine Abgesandten. Das aus dem frĂŒhen 16. Jahrhundert stammende Kornhaus am Flussufer bei der HolzbrĂŒcke diente unter anderem als Getreidelager, Kaserne, GefĂ€ngnis und Theater. Markantester Brunnen der Stadt ist der 1822 vor dem Stadtturm aufgestellte Löwenbrunnen, benannt nach der löwenförmigen Brunnenfigur.cite-ref-68[68]

BĂ€derquartier

Das BĂ€derquartier liegt an der Flussbiegung, wo die nordwĂ€rts fliessende Limmat nach Westen abbiegt. Schon im Mittelalter bildete das BĂ€derquartier eine geographisch eigenstĂ€ndige, von der Altstadt deutlich getrennte Siedlung, die ĂŒberwiegend aus Gasthöfen bestand. Der linksufrige, ungeordnet gewachsene Teil war an der SĂŒd- und Westseite von einer Mauer umgeben, der kleinere rechtsufrige, heute zu Ennetbaden gehörende Teil besteht aus einer HĂ€userzeile entlang des Flussufers.cite-ref-69[69]cite-ref-70[70]

Im 19. Jahrhundert wurden zahlreiche spĂ€tmittelalterliche und frĂŒhneuzeitliche GebĂ€ude durch Bauten im klassizistischen und historistischen Stil ersetzt, wobei man die verwinkelten und zum Teil ineinander verschachtelten Grundrisse beibehielt. Sie gruppieren sich um den Kurplatz, an der BĂ€derstrasse und am nördlichen Ende der Limmatpromenade. Die Bausubstanz ist nach der BlĂŒte des Kurbetriebs zu Beginn des 20. Jahrhunderts vielfach vernachlĂ€ssigt worden, doch sind seit der Jahrtausendwende Sanierungsmassnahmen im Gange. ErwĂ€hnenswert sind insbesondere die Hotels BĂ€ren, Blume, Limmathof, Ochsen und Verenahof sowie das Inhalatorium. Die seit dem 12. Jahrhundert bestehende Dreikönigskapelle wurde 1881 abgebrochen, an ihrer Stelle entstand ein Neubau im neugotischen Stil.

Übriges Stadtgebiet

Das historisch bedeutendste GebĂ€ude ausserhalb der Altstadt und des BĂ€derquartiers ist das am rechten Ufer der Limmat gelegene Landvogteischloss. Es bildet den östlichen BrĂŒckenkopf der HolzbrĂŒcke sowie das GegenstĂŒck zur Ruine Stein, mit dem es zusammen die Engstelle der Badener Klus sicherte. KernstĂŒck des dreigeschossigen Schlosses ist ein in der ersten HĂ€lfte des 12. Jahrhunderts errichteter Bergfried, an dem in drei Etappen Anbauten angefĂŒgt wurden. Von 1415 bis 1798 residierte hier der Landvogt der Grafschaft Baden. Der Felsgrat der LĂ€gern reichte einst bis unmittelbar vor das Schloss, brach jedoch 1899 bei einem Felssturz ab, so dass nun ein breiter Zwischenraum besteht. In unmittelbarer NĂ€he befindet sich die St.-Anna-Kapelle des ehemaligen Siechenhauses.

Das 1847 nach PlĂ€nen von Ferdinand Stadler errichtete StationsgebĂ€ude des Bahnhofs Baden, auf halbem Weg zwischen Altstadt und BĂ€derquartier gelegen, ist das Ă€lteste des Landes, das im Originalzustand erhalten geblieben ist und heute noch fĂŒr den Bahnbetrieb genutzt wird. Zwischen dem Bahnhof und dem Limmatufer befindet sich die reformierte Kirche. Dieses barocke KirchengebĂ€ude wurde 1714 auf Anordnung der siegreichen reformierten Orte aus dem Abbruchmaterial der zerstörten Festung Stein errichtet und stellte fĂŒr die damals ausschliesslich katholische Bevölkerung eine Provokation dar. Eines der Ă€ltesten reprĂ€sentativen WohngebĂ€ude zwischen den beiden Siedlungskernen ist das benachbarte Haus zum Schwert (Baujahr 1791). Grösste GrĂŒnflĂ€che innerhalb des ĂŒberbauten Gebiets ist der nördlich des Bahnhofs gelegene Kurpark, in dessen Mitte steht der 1875 erbaute klassizistische Kursaal.

Ein weiteres herausragendes Bauwerk des Klassizismus ist das BezirksgebĂ€ude unmittelbar sĂŒdlich der Altstadt am Schulhausplatz. Im Jahr 1856 ursprĂŒnglich als Schulhaus errichtet, ist es heute Sitz der Bezirksbehörden und des BezirksgefĂ€ngnisses. Im nordwestlich des Zentrums gelegenen Kappelerhof-Quartier befindet sich die Kapelle Maria Wil, eine barocke Wallfahrtskapelle aus dem 17. Jahrhundert. Das ehemalige Gemeinschaftshaus Martinsberg der BBC gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke der Schweizer Nachkriegsmoderne. In den Dörfern DĂ€ttwil und RĂŒtihof sind einzelne BauernhĂ€user aus dem 19. Jahrhundert erhalten geblieben, wĂ€hrend MĂŒnzlishausen sich als Gehöftgruppe aus der Zeit um 1800 prĂ€sentiert. Ein eindrĂŒckliches Panorama bietet die Aussichtsplattform auf dem 34 Meter hohen Wasserturm in der NĂ€he des Ausflugsrestaurants Baldegg. Es gibt zahlreiche GrillierplĂ€tze, wie beispielsweise den im Christus-Steinbruch.

Bevölkerung

Die Einwohnerzahlen entwickelten sich wie folgt:cite-ref-71[71]

| Jahr | 1690 | 1799 | 1850 | 1900 | 1930 | 1950 | 1960 | 1970 | 1980 | 1990 | 2000 | 2010 | 2020 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | etwa 1800 | 1202 | 3159 | 6489 | 10'624 | 12'127 | 14'553 | 14'115 | 13'870 | 15'718 | 16'270 | 18'059 | 19'621 |

Am 31. Dezember 2024 lebten 23'853 Menschen in Baden, der AuslĂ€nderanteil betrug 29,7 % und lag damit knapp ĂŒber dem kantonalen Durchschnitt von 27,8 %. Bei der VolkszĂ€hlung 2015 bezeichneten sich 34,4 % als römisch-katholisch und 20,6 % als reformiert; 45,0 % waren konfessionslos oder gehörten anderen Glaubensrichtungen an.cite-ref-72[72] 83,8 % der Einwohner gaben bei der VolkszĂ€hlung 2000 Deutsch als ihre Hauptsprache an, 3,3 % Italienisch, 3,0 % Serbokroatisch, 1,5 % Englisch, 1,4 % Französisch, je 1,0 % Albanisch und Spanisch sowie 0,7 % Portugiesisch.cite-ref-73[73] GemĂ€ss der VolkszĂ€hlung 2015 waren von den damals 5076 Einwohnern mit auslĂ€ndischer StaatsbĂŒrgerschaft die BĂŒrger Deutschlands mit 24,8 % am stĂ€rksten vertreten. Es folgten 14,3 % aus Italien, 4,4 % aus Serbien, 3,6 % aus Portugal, je 3,5 % aus Kosovo und Spanien, 3,2 % aus Österreich, 3,1 % aus Kroatien, 2,4 % aus der TĂŒrkei und 2,2 % aus Sri Lanka.cite-ref-74[74]

Politik und Recht

Die politische Gemeinde (im Kanton Aargau Einwohnergemeinde genannt) nimmt sĂ€mtliche kommunalen Aufgaben wahr, die nicht durch ĂŒbergeordnetes Recht zum Wirkungskreis eines anderen Gemeindetyps (beispielsweise der Kirchgemeinden der Landeskirchen) erklĂ€rt worden sind.

Legislative

Anstelle einer in kleineren Gemeinden ĂŒblichen Gemeindeversammlung vertritt seit 1972 das von den Badener Stimmberechtigten gewĂ€hlte Gemeindeparlament, der Einwohnerrat, die Anliegen der Bevölkerung. Er besteht aus 50 Mitgliedern, die fĂŒr jeweils vier Jahre im Proporzwahlverfahren gewĂ€hlt werden. Ihm obliegt das Genehmigen des Steuerfusses, des Voranschlages, der Jahresrechnung, des GeschĂ€ftsberichts und der Kredite. Ebenso erlĂ€sst er Reglemente, kontrolliert die AmtsfĂŒhrung der Exekutive und entscheidet ĂŒber EinbĂŒrgerungen. Die EinwohnerrĂ€te können parlamentarische Vorstösse (Motion, Postulat, kleine Anfrage) einreichen. Tagungsort ist der Saal des Schulhauses «Pfaffechappe».

Nach der Fusion mit der Gemeinde Turgi wurde der Einwohnerrat auf 58 Personen temporÀr erweitert. Nach der wahl von 28. September 2025 wurde die Sitzanzahl wieder auf 50 Personen reduziert.cite-ref-0-75-0[75]

Die rechts stehende Grafik zeigt die Sitzverteilung nach der Wahl vom 28. September 2025.cite-ref-0-75-1[75] Bei den letzten Wahlen erzielten die Parteien folgende Sitzzahlen:

| Partei | 2001 | 2005 | 2009 | 2013 [ 76 ] | 2017 [ 77 ] | 2021 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| FDP | 11 | 12 | 11 | 10 | 11 | 9 | 10 |
| SP | 12 | 11 | 9 | 9 | 9 | 9 | 10 |
| team baden | 5 | 7 | 7 | 9 | 8 | 8 | 8 |
| GPS | 2 | 3 | 4 | 3 | 4 | 7 | 4 |
| Die Mitte / CVP | 10 | 11 | 8 | 8 | 7 | 6 | 6 |
| SVP | 7 | 5 | 8 | 8 | 6 | 5 | 6 |
| glp | – | – | 2 | 2 | 4 | 5 | 5 |
| EVP | 2 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 |
| SD | 1 | – | – | – | – | – | - |

Auch auf der Ebene der Einwohnergemeinde finden sich verschiedene Elemente der direkten Demokratie. So stehen der Bevölkerung fakultative und obligatorische Referenden sowie die Volksinitiative zu.

Exekutive

Siehe auch

:

Liste der StadtammÀnner von Baden AG

AusfĂŒhrende Behörde ist der siebenköpfige Stadtrat. Er wird vom Volk fĂŒr jeweils vier Jahre im Majorzverfahren gewĂ€hlt. Der Stadtrat fĂŒhrt und reprĂ€sentiert die Einwohnergemeinde. Dazu vollzieht er die BeschlĂŒsse des Einwohnerrates und die Aufgaben, die ihm vom Kanton zugeteilt wurden. Die Sitzungen finden in der Stadtkanzlei statt.

Die sieben StadtrĂ€te der Amtsperiode 2022–2025 sind:cite-ref-78[78]

‱ Markus Schneider (Die Mitte), Stadtammann
‱ Regula Dell’Anno-Doppler (SP), Vizeammann
‱ Matthias Gotter (Die Mitte)
‱ Stefanie Kessler (SP)
‱ Benjamin Steiner (team baden)
‱ Ruth MĂŒri (team baden)
‱ Philippe AndrĂ© Ramseier (FDP)

Judikative

FĂŒr Rechtsstreitigkeiten ist in erster Instanz das Bezirksgericht Baden zustĂ€ndig. Baden ist Sitz des Friedensrichterkreises III, der sieben Gemeinden im Norden des Bezirks umfasst.cite-ref-79[79] DarĂŒber hinaus ist die Stadt seit 2011 Sitz der regionalen Staatsanwaltschaft des Bezirks Baden.cite-ref-80[80]

Nationale Wahlen

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2023 betrugen die WĂ€hleranteile in Baden: SP 25,44 % (+1,04), SVP 16,10 % (+1,40), GrĂŒne 13,76 % (−1,64), FDP 13,48 % (−1,32), Mitte 12,78 % (+ 1,18), glp 13,20 % (−0,40), EVP 3,12 % (+ 0,62), sonstige (8) 2,13 % (−0,88).cite-ref-81[81]

OrtsbĂŒrger

Der OrtsbĂŒrgergemeinde gehören jene Einwohner an, die das BĂŒrgerrecht von Baden besitzen. Hauptaufgabe ist die Verwaltung des OrtsbĂŒrgervermögens. Dessen Ursprung liegt in den BĂŒrgergĂŒtern, die aus der Zeit des Ancien RĂ©gime ĂŒbernommen wurden. So gehört der OrtsbĂŒrgergemeinde fast der gesamte Wald auf Stadtgebiet; sie lĂ€sst ihn durch das eigene Stadtforstamt bewirtschaften. Ebenfalls in ihrem Eigentum befinden sich das Altersheim St. Anna, GrundstĂŒcke und Liegenschaften, zwei Restaurants und ein 2,5 ha grosser Rebberg. Legislative ist die OrtsbĂŒrgerversammlung, Exekutive der Stadtrat der Einwohnergemeinde (dem auch Nicht-OrtsbĂŒrger angehören).cite-ref-82[82]

Partnerstadt

Seit 1991 ist Sighișoara (SchĂ€ssburg) in RumĂ€nien Partnerstadt von Baden. Schwerpunkte der Partnerschaft sind der Auf- und Ausbau von Abfallentsorgung und Trinkwasseraufbereitung, das Ermöglichen von Ausbildungsaufenthalten in und um Baden, humanitĂ€re UnterstĂŒtzung sowie Modernisierung von Schulen und Verwaltung.cite-ref-83[83]

Wirtschaft

Baden, einst das industrielle Zentrum des Aargaus, wird seit dem Strukturwandel Ende des 20. Jahrhunderts vom Dienstleistungssektor geprĂ€gt. Die wirtschaftlichen TĂ€tigkeiten konzentrieren sich auf das Stadtzentrum sowie die Industrie- und Gewerbezone TĂ€fern in DĂ€ttwil. GemĂ€ss der im Jahr 2015 erhobenen Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) werden in ĂŒber 2300 Betrieben rund 29'700 ArbeitsplĂ€tze angeboten, davon 0,2 % in der Landwirtschaft, 29,2 % in der Industrie und 70,6 % im Dienstleistungssektor.cite-ref-84[84] Mehr als zwei Drittel der in Baden arbeitenden Menschen leben in den Agglomerationsgemeinden oder in der weiteren Umgebung, wodurch an Werktagen grosse Pendlerströme entstehen.

AnsÀssige Unternehmen

Der Hauptsitz des schweizerisch-schwedischen Elektrotechnikkonzerns ABB befindet sich mittlerweile in ZĂŒrich; es wurden zahlreiche ProduktionsstĂ€tten an andere Standorte verlegt. Der Sitz der ABB Schweiz AG ist weiterhin Baden, auch wenn das Unternehmen weitaus weniger dominierend ist als die frĂŒhere Brown, Boveri & Cie. (BBC). Hier befinden sich die Unternehmensleitung, ein Forschungszentrum, Weiterbildungseinrichtungen sowie die Produktion von Hochspannungstechnik, Industrierobotern und Turboladern.cite-ref-85[85] Der nicht mehr genutzte Teil des ABB-Areals ist in den neuen Stadtteil Baden Nord mit gemischten Wohn- und Gewerbezonen umgewandelt worden. Seit dem Verkauf der ABB-Kraftwerksparte (1999/2000) war mit der französischen Alstom ein weiterer Weltkonzern in Baden ansĂ€ssig. Im November 2015 wurde die Alstom-Energiesparte inklusive aller in Baden ansĂ€ssigen Unternehmensteile (mit Ausnahme eines kleinen Teils, der aus wettbewerbsrechtlichen GrĂŒnden an Ansaldo Energia ausgegliedert worden istcite-ref-86[86]) von General Electric ĂŒbernommen und in das neu geschaffene GeschĂ€ftsfeld Power integriert.cite-ref-87[87] HauptgeschĂ€ftsfelder von General Electric in Baden sind Entwicklung von Komponenten fĂŒr Gas- und Dampfkraftwerke, Abwicklung von Kraftwerksprojekten sowie Serviceleistungen.

Ihren Sitz in Baden haben auch der Energiekonzern Axpo und ihre Tochtergesellschaft Nordostschweizerische Kraftwerke. Die Motor-Columbus, die Kraftwerke finanzierte und plante, ging 2007 in der Atel Holding auf.cite-ref-88[88]

Grösster Arbeitgeber ausserhalb der Elektrotechnik- und ElektrizitĂ€tsbranche ist das Kantonsspital Baden. Im Elektronik- bzw. im Informatikbereich tĂ€tig sind die Unternehmen Enics und COS Computer Systems, ausserdem befinden sich hier die Schweizer Niederlassungen von Oracle und Brother. Die Brauerei H. MĂŒller gehört zu den grössten unabhĂ€ngigen Brauereien der Schweiz. Aus der ehemaligen BBC-Betriebskrankenkasse entwickelten sich die Aquilana Versicherungen. Die AZ Medien sind in Baden mit der Konzernleitung, der Redaktion der Aargauer Zeitung und mit dem AT Verlag vertreten. Das Regionalfernsehen Tele M1 hatte bis 1999 sein Studio in Baden, bevor es nach Aarau verlegt wurde.

Einkaufen

Den Detailhandel dominieren die Einkaufszentren von Migros und Coop, das Warenhaus Manor und der Baumarkt Jumbo. Unter dem Bahnhof erstreckt sich die Ladenpassage Metroshop, an die sich die Einkaufsstrassen Badstrasse und Weite Gasse anschliessen.

Eine jahrhundertelange Tradition besitzen der Wochenmarkt an Samstagen (von MÀrz bis November auch an Dienstagen) sowie die zwei JahrmÀrkte im Mai und November. Mehrmals pro Jahr findet auf dem Theaterplatz ein Flohmarkt statt, Anfang Dezember ein Adventsmarkt und ein Weihnachtsmarkt auf dem Kirchplatz.cite-ref-89[89]

Tourismus

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Hauptartikel

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ThermalbÀder Baden

Die 18 Thermalquellen machen Baden zu einem bekannten Kurort. Das 46,6 °C warme Thermalwasser zeichnet sich durch eine hohe Gesamtmineralisation von 4450 mg/l aus, die höchste der Schweiz. Besonders hoch ist der Anteil von Sulfaten und Calcium.cite-ref-90[90] Geeignet sind die Badekuren insbesondere bei rheumatischen Beschwerden, mechanischen SchÀdigungen und stoffwechselbedingten Störungen.

Schon die Römer hatten die Quellen benutzt, und seit dem SpĂ€tmittelalter waren die BĂ€der ĂŒberregional bekannt. Schriftsteller wie Niklaus Manuel, Thomas Murner und David Hess nahmen auf die «Badenfahrten» Bezug. Nach der Reformation waren diese insbesondere im reformierten ZĂŒrich sehr beliebt, da im katholischen Baden einiges gestattet war, was die zwinglianischen Sittengesetze untersagten. Die Bedeutung des Kurbetriebs ging im 20. Jahrhundert stark zurĂŒck, obschon er mit der ErzĂ€hlung Kurgast von Hermann Hesse sogar Einzug in die Weltliteratur hielt. Baden verpasste den Anschluss an moderne Entwicklungen und fiel hinter andere Aargauer Kurorte zurĂŒck.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts sind Bestrebungen im Gange, das etwas altmodische Image abzulegen. Man wich vom rein medizinischen Aspekt der Kur ab und wandte sich vermehrt der Wellness zu. Im ehemaligen Kursaal wurde 2002 eine Spielbank eröffnet, das Grand Casino Baden. Bis 2021 entsteht im BĂ€derquartier eine neue Therme nach PlĂ€nen des Architekten Mario Botta. Wachsende Bedeutung hat Baden als Veranstaltungsort von Kongressen. Die Stadt liegt in einer landschaftlich abwechslungsreichen Wandergegend am Jurahöhenweg. Entlang der Limmat, zwischen der Badener HolzbrĂŒcke und der HolzbrĂŒcke beim Kloster Wettingen, fĂŒhrt der Kulturweg Limmat mit Skulpturen regionaler KĂŒnstler. Dieser stimmt teilweise mit dem Industriekulturpfad Limmat–Wasserschloss ĂŒberein.cite-ref-91[91]

Verkehr und Infrastruktur

Strassen und Eisenbahnen

Baden ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt. Die wichtigste Strasse durch die Stadt ist die Hauptstrasse 3, die von Basel ĂŒber ZĂŒrich und Chur nach Chiavenna fĂŒhrt. Sie kreuzt in Baden die Verbindungen Lenzburg–Kaiserstuhl und Bremgarten–Waldshut. Seit 1970 ist Baden an das Autobahnnetz angebunden. Zwischen den AnschlĂŒssen Baden-West und Baden-Ost in DĂ€ttwil und Neuenhof fĂŒhrt die A1 sĂŒdlich des Stadtzentrums durch den Bareggtunnel. Die Altstadt ist vom Durchgangsverkehr befreit; dieser wird seit 1965 durch den Schlossbergtunnel (der 1847 als Eisenbahntunnel entstanden war) und seit 2007 durch den Goldwandtunnel in Ennetbaden geleitet. Knotenpunkt des regionalen Strassenverkehrs ist der Schulhausplatz, einer der meistbefahrenen PlĂ€tze der Schweiz.

Der Bahnhof Baden liegt an der Bözbergstrecke der Schweizerischen Bundesbahnen. Hier halten SchnellzĂŒge (Interregio – IR) nach Basel, Bern, ZĂŒrich HB und zum Flughafen ZĂŒrich. Auf mehreren Linien verkehren RegionalzĂŒge und ZĂŒge der S-Bahn ZĂŒrich und S-Bahn Aargau. An der Bahnstrecke Zofingen–Wettingen befinden sich zwei weitere Bahnhöfe, DĂ€ttwil und Baden Oberstadt. Sie sind seit der Einstellung des Personenverkehrs am 12. Dezember 2004 ausser Betrieb.

Die Bahnstrecke fĂŒhrte sĂŒdlich des Bahnhofs Baden seit dem 19. Jahrhundert oberirdisch ĂŒber den Schulhausplatz zum Schlossbergtunnel, wobei der zunehmende Verkehr bei der Bahnschranke regelmĂ€ssig einen grossen RĂŒckstau des Individualverkehrs verursachte. Seit 1961 unterquert die Bahnlinie das Gebiet im fast einen Kilometer langen Kreuzlibergtunnel.

Seit Anfang 2024 besitzt Baden durch die Eingemeindung von Turgi mit dem Bahnhof Turgi einen weiteren Bahnhof an der Bözbergstrecke, der fĂŒr den Regionalverkehr als Verzweigungsbahnhof bedeutsam ist. Dort zweigt die Strecke nach Koblenz AG (– Bad Zurzach / Waldshut) ab. Der Bahnhof Turgi, der lediglich rund 4 km westnordwestlich des Bahnhofs Baden liegt und von dort in ca. 4 Minuten Fahrzeit erreicht wird, wird – abgesehen von einzelnen Interregio-Halten in den Randzeiten – ausschliesslich vom Regionalverkehr (RE, S-Bahn) bedient. Turgi ist Endbahnhof der von Langenthal ĂŒber Olten – Aarau – Wildegg – Brugg verkehrenden S29.

Der Bahnhof Baden ist eine Drehscheibe fĂŒr den Busverkehr. Die Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen betreiben ein dichtes Netz von Buslinien in Baden, Wettingen und weiteren Gemeinden der Region. Der Postauto-Terminal beim Bahnhof ist einer der grössten der Schweiz; von hier aus verkehren Busse nach Berikon-Widen, Bremgarten (via Mellingen oder Stetten), Kaiserstuhl, MĂ€genwil und Tegerfelden. Die Exklave RĂŒtihof wird zusĂ€tzlich durch die Postautolinie Mellingen Heitersberg–Brugg erschlossen.

An Wochenenden verkehren eine Nacht-S-Bahn-Linie (Winterthur–ZĂŒrich HB–Baden–Brugg–Lenzburg–Aarau) sowie Nachtbuslinien vom Bahnhof Baden nach Bad Zurzach, Berikon-Widen, Birmenstorf, Bremgarten, Dietikon, WĂŒrenlingen und WĂŒrenlos.

BrĂŒcken

Ältester Übergang ist die gedeckte HolzbrĂŒcke von der Altstadt zum Landvogteischloss. Erstmals wurde sie 1242 zusammen mit der Zollstation erwĂ€hnt und in den folgenden Jahrhunderten mehrmals neu errichtet. Nach der Zerstörung durch die Franzosen im Jahr 1799 entstand elf Jahre spĂ€ter das heutige Bauwerk. Die 1874 eröffnete Schiefe BrĂŒcke ersetzte einen seit 1819 bestehenden Steg. Ihren Namen erhielt sie aufgrund ihrer Steigung von 7,5 % zum Ausgleich des Höhenunterschieds beider Ufer.

Bis 1877 fĂŒhrte die Bahnlinie dem linken Limmatufer entlang. Um am Bahnhof Wettingen eine Verbindung zur Strecke der Nationalbahn zu schaffen, gab die Schweizerische Nordostbahn (NOB) die alte StreckenfĂŒhrung auf und baute eine EisenbahnbrĂŒcke, so dass in Wettingen vier Strecken zusammentrafen. Die BrĂŒcke besitzt auch einen FussgĂ€nger- und Fahrradweg. Die 1926 eröffnete HochbrĂŒcke ermöglichte unmittelbar sĂŒdlich der Altstadt eine bessere Erschliessung von Wettingen und die Sperrung der HolzbrĂŒcke fĂŒr den Durchgangsverkehr. Die Siggenthaler BrĂŒcke wurde im September 2002 eröffnet; sie fĂŒhrt vom Kappelerhof nach Obersiggenthal und stellt die direkteste Verbindung nach Norden dar.

Der Steg vom BĂ€derquartier nach Ennetbaden besteht seit 1968. Offiziell heisst er Mercier-Steg, wird im Volksmund aber «Finkensteg» genannt, da die StadtrĂ€te bei der Eröffnung Pantoffeln (schweizerdeutsch: «Finken») trugen, um die Ruhe der KurgĂ€ste nicht zu stören.cite-ref-bruecken-92-0[92] In der NĂ€he des Bahnhofs befindet sich seit Juni 2007 der neueste Übergang, ein Steg nach Ennetbaden. Um den Höhenunterschied auf Badener Seite auszugleichen, entstand gleichzeitig der Promenadenlift vom Bahnhofplatz hinunter zur Limmatpromenade. Weitere Stege befinden sich bei den Kraftwerken Kappelerhof und Aue.

Infrastruktur und Sicherheit

Die Einwohnergemeinde Baden ist zu 100 % Besitzerin der Regionalwerke Baden AG, die Baden, Ennetbaden und zum Teil weitere Gemeinden mit elektrischem Strom, Erdgas, FernwĂ€rme und Trinkwasser versorgt. Sie ist zu 60 % an der Limmatkraftwerke AG beteiligt (die ĂŒbrigen 40 % gehören der AEW Energie AG des Kantons Aargau). Diese betreibt an der Limmat vier Wasserkraftwerke. In Baden sind dies die Kraftwerke Aue und Kappelerhof, weiter flussabwĂ€rts die Kraftwerke SchiffmĂŒhle und Turgi.cite-ref-93[93]

Zum Aufgabenbereich der Einwohnergemeinde gehören auch Kehrichtabfuhr und Abwasserreinigung. Zusammen mit fĂŒnf weiteren Gemeinden ist Baden Mitglied des Abwasserverbandes Region Baden Wettingen, die Abwasserreinigungsanlage LaufĂ€cker befindet sich in Turgi.cite-ref-94[94] Baden gehört seit 1994 zu den Schweizer KlimabĂŒndnis-StĂ€dten und ist seit 2006 eine Energiestadt.

Die StĂŒtzpunktfeuerwehr ist in DĂ€ttwil stationiert und zĂ€hlt rund 110 Milizangehörige. ZusĂ€tzlich zu lokalen Aufgaben unterstĂŒtzt sie die Ortsfeuerwehren in 52 Gemeinden im östlichen Aargau. Die Zivilschutzorganisation deckt die Gemeinden Baden, Ehrendingen, Ennetbaden, Freienwil und Obersiggenthal ab. Neben der Kantonspolizei sorgt auch eine eigenstĂ€ndige Stadtpolizei fĂŒr Sicherheit.cite-ref-95[95]

Kultur

Museen und Bibliotheken

Internationale Ausstrahlung besitzt das 1990 eröffnete Museum Langmatt. Es befindet sich in der denkmalgeschĂŒtzten Jugendstil-Villa des Kunstsammlers Sidney Brown. Gezeigt wird die von ihm und seiner Ehefrau Jenny zusammengetragene Sammlung von GemĂ€lden des französischen Impressionismus. Ausgestellt werden Werke bekannter Maler wie Edgar Degas, Paul CĂ©zanne, Paul Gauguin, Claude Monet, Camille Pissarro und Pierre-Auguste Renoir. Anhand der Originaleinrichtung wird auch die Wohnkultur des frĂŒhen 20. Jahrhunderts gezeigt.

Auf zeitgenössische Schweizer Kunst spezialisiert ist der Kunstraum Baden, der auch eine öffentliche Dokumentationsstelle fĂŒr Kunstschaffende der Region fĂŒhrt.cite-ref-96[96] Das Schweizer Kindermuseum befasst sich mit der Welt des Kindes und ihren VerĂ€nderungen seit dem 17. Jahrhundert. Das TeddybĂ€r-Museum zeigt Hunderte von TeddybĂ€ren aus der Zeit von 1904 bis 1970. Eines von 40 Objekten des Industriekulturpfads Limmat–Wasserschloss ist das 1892 eröffnete Kraftwerk Kappelerhof, das Ă€lteste ElektrizitĂ€tswerk des Kantons Aargau, das heute auch als der Geschichte der Stromerzeugung dient. Im Gewölbe ĂŒber der Sakristei der katholischen Stadtkirche befindet sich das Kirchenschatzmuseum mit einer Sammlung von liturgischen GegenstĂ€nden.cite-ref-museen-97-0[97]

Das Landvogteischloss ist seit 1913 Standort des Historischen Museums (1992/93 durch einen modernen Anbau der Architekten Wilfrid und Katharina Steib ergÀnzt). Es befasst sich mit der Stadtgeschichte von den Römern bis heute, darunter der Entwicklung der BÀder und der Industrie. PrÀsentiert werden auch archÀologische Funde der Region, daneben finden Wechselausstellungen zur Kulturgeschichte statt. An das Museum angeschlossen ist das Stadtarchiv, in dem die Unterlagen der stÀdtischen Verwaltung ab 1300 verwahrt werden.cite-ref-museen-97-1[97] Die Stadtbibliothek besteht seit 1836.

Theater, Kino und Musik

Das Kurtheater Baden geht auf das Jahr 1675 zurĂŒck, als der erste Theatersaal der Schweiz erbaut wurde. Das heutige GebĂ€ude im Kurpark entstand 1952 und bietet Platz fĂŒr 600 Zuschauer. Veranstaltet werden Gastspiele der Sparten Schauspiel, Musiktheater, Tanz, Kinder- und Jugendtheater, daneben auch szenische Lesungen sowie Kabarett- und Comedy-AuffĂŒhrungen. Das Nateschwara Theater ist das erste Theater Europas, das auf indischen Tanz und indische Musik spezialisiert ist. Vor allem eigene StĂŒcke bietet das professionelle Kleintheater Teatro Palino, das im Sommer seinen Spielbetrieb ins Freie verlegt. Ausschliesslich Gastspiele veranstaltet das Theater im Kornhaus.cite-ref-98[98] Seit 1994 wird das Figura Theater Festival veranstaltet, ein internationales Festival fĂŒr Figurentheater.

Baden besitzt zwei Kinos: Das Kino Sterk mit zwei SĂ€len (1928 im Ă€ltesten Bauhaus-GebĂ€ude der Stadt eröffnet) ist auf Arthouse-Filme spezialisiert und nach der Besitzerfamilie benannt. Diese eröffnete 2002 in der ehemaligen Transformatoren-Werkhalle der ABB ein Multiplex-Kino, das Trafokino mit fĂŒnf SĂ€len, das auch eine Veranstaltungshalle sowie ein Kultur- und Kongresszentrum umfasst.cite-ref-99[99] Seit 1995 ist Baden Austragungsort des mittlerweile jĂ€hrlich stattfindenden internationalen Festivals Fantoche, des grössten Filmfestivals der Schweiz fĂŒr Animationsfilme. Das Ă€lteste Badener Kino, das 1913 von Arthur Betschon erbaute Royal, wird seit 2008 nicht mehr regelmĂ€ssig fĂŒr FilmvorfĂŒhrungen benutzt. Ein neuer EigentĂŒmer beabsichtigte den Abbruch des als «erhaltenswert» inventarisierten GebĂ€udes (kommunales Inventar der KulturgĂŒter). Im Dezember 2010 ĂŒbergab eine breit abgestĂŒtzte Interessengemeinschaft dem Stadtrat eine von ĂŒber 3900 Personen unterzeichnete Petition. Das Royal wird seither auf ehrenamtlicher Basis als alternative KulturbĂŒhne betrieben.cite-ref-100[100] Das Ă€lteste nach wie vor in Betrieb befindliche Kino ist das Kino Orient an der Grenze zu Wettingen. Es wurde 1923 eröffnet und 2002 von einem Verein vor der Schliessung gerettet. Seither wird es als Programmkino betrieben. Das Orient ist spezialisiert auf Arthouse-Filme aus der ganzen Welt und Perlen der Filmgeschichte.cite-ref-101[101]

Konzerte verschiedenster Stilrichtungen werden unter anderem in der Villa Boveri, in der Trafohalle, im Kulturzentrum Nordportal und im Jugendkulturlokal Merkker aufgefĂŒhrt. Seit 2004 findet jĂ€hrlich ein Blues-Festival mit nationalen und internationalen KĂŒnstlern statt.cite-ref-102[102] Als kĂŒnstlerische Fortsetzung der historisch verbĂŒrgten Kurorchester in Baden wurde 2020 die Neue Kurkapelle Baden gegrĂŒndet, welche mehrmals jĂ€hrlich Konzerte in Anlehnung an das kulturelle Erbe des Kurorts gibt.cite-ref-103[103]

Brauchtum

Wie in den ĂŒbrigen katholischen Gebieten des Aargaus hat auch in Baden die Fasnacht eine lange Tradition. Sie wird wesentlich von der Luzerner Fasnacht geprĂ€gt. Die Badener Fasnacht beginnt am Schmutzigen Donnerstag mit der Verbrennung der Stoffpuppe Hieronymus FĂŒdlibĂŒrger, der beim Prozess alle negativen Ereignisse des Vorjahres zur Last gelegt werden. Bis zum Aschermittwoch folgen MaskenbĂ€lle, ein Umzug, ein Guggenmusik-Platzkonzert und ein Fasnachtsmarkt.cite-ref-104[104]

Jeweils am 22. Oktober findet die Cordulafeier statt. Der Brauch geht auf das Jahr 1444 zurĂŒck, als wĂ€hrend des Alten ZĂŒrichkriegs am Tag der Heiligen Cordula ZĂŒrcher Truppen die Stadt einzunehmen versuchten, aber von wachsamen Badenern vertrieben wurden. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde am Cordulatag eine Messe gelesen und ein Fest gefeiert. Der Brauch geriet in Vergessenheit, ist aber 1964 wiederbelebt worden. Mit Brot und Wein werden Personen geehrt, die sich durch ihr Wirken um das Wohl der Bevölkerung verdient gemacht haben.cite-ref-105[105]

Die Badenfahrt ist ein zehntĂ€giges Volksfest. Sie findet in der Regel nur alle zehn Jahre statt, ist aber mit jeweils bis zu einer Million Besuchern eines der grössten Feste der Schweiz und das mit Abstand grösste im Kanton Aargau. Das FestgelĂ€nde erstreckt sich ĂŒber die gesamte Altstadt und umfasst auch Bereiche um den Bahnhof. Der Name bezieht sich auf die mindestens seit dem frĂŒhen 16. Jahrhundert ĂŒberlieferten «Badenfahrten». Damit sind die Kuraufenthalte der feinen Herrschaften gemeint, die es sich in Baden zusammen mit ihren Gefolge gut gehen liessen.

Baden in Kunst und Literatur

Nach einem Kuraufenthalt in Baden schrieb Hermann Hesse den Band Kurgast, der 1925 beim S. Fischer Verlag erschien. Im Wesentlichen werden die Erlebnisse wÀhrend eines Kuraufenthaltes im BÀderquartier geschildert.cite-ref-106[106]

Der 2019 erschienene Roman Ich bin die, vor der mich meine Mutter gewarnt hat spielt zu grossen Teilen in Baden, wobei die ErzĂ€hlerin und Hauptfigur Alba Doppler aus Neuenhof stammt. Zahlreiche historische Bauten spielen eine gewichtige Rolle im Roman, so das Kantonsspital, die Kantonsschule, die HochbrĂŒcke, der Stadtturm, das Bernerhaus, die Ruine Stein und weitere. Der Roman wurde vom selbst aus Baden stammenden Schriftsteller Demian Lienhard verfasst.cite-ref-107[107]

Bildung

Die Volksschule Baden umfasst alle schulischen Angebote vom Vorschulalter bis zum 9. Schuljahr (Kindergarten, Primarschule, Bezirksschule, Sekundarschule und Realschule). Über das Stadtgebiet verteilt sind sechs PrimarschulhĂ€user, in welchen sich auch die KindergĂ€rten befinden: DĂ€ttwil, Kappelerhof, LĂ€ndli, Meierhof, RĂŒtihof und Tannegg. Sekundar- und Realschule sind in der Schulanlage Pfaffechappe zu finden, die Bezirksschule in der Schulanlage Burghalde.cite-ref-108[108]

Die Kantonsschule Baden ist eine weiterfĂŒhrende Schule ab dem 10. Schuljahr. Sie umfasst das Gymnasium (Kantonsschule), die Wirtschaftsmittelschule und die Informatikmittelschule. Im Bereich der SchwerpunktfĂ€cher besteht eine Kooperation mit der benachbarten Kantonsschule Wettingen. Zwar gab es schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts Forderungen nach einem Gymnasium in Baden, doch blieb die Kantonsschule Aarau lange die einzige höhere Bildungsanstalt im Aargau. Erst 1961 wurde nach mehreren gescheiterten AnlĂ€ufen die Kantonsschule Baden gegrĂŒndet. Bis 1964 entstand rechts der Limmat die vom Architekten Fritz Haller entworfene Schulanlage.cite-ref-109[109]

Die Berufsfachschule BBB vermittelt den theoretischen Unterricht im Rahmen der beruflichen Grundbildung und entstand 1999 aus dem Zusammenschluss der Gewerblich-Industriellen Berufsschule mit der konzerneigenen Berufsschule der ABB. Eines ihrer SchulgebĂ€ude ist das Gemeinschaftshaus Martinsberg. Die Wirtschaftsschule KV Baden-Zurzach ist fĂŒr die Berufsausbildung im kaufmĂ€nnischen Bereich zustĂ€ndig, wĂ€hrend die ABB Technikerschule eine eidgenössisch anerkannte höhere Fachschule fĂŒr technische Weiterbildung ist.cite-ref-110[110]


Sport

Bekanntester Sportverein der Stadt ist der FC Baden. Die erste Mannschaft der MĂ€nner spielte 1985/1986 in der Nationalliga A, der höchsten Fussball-Liga der Schweiz und war wĂ€hrend Jahren in der zweithöchsten Spielklasse vertreten. 2006 stieg sie in die 1. Liga der Amateure ab und spielte dort, bis sie 2023 wieder zurĂŒck in die zweithöchste Liga aufstieg. Die erste Frauen-Mannschaft ist in der Nationalliga B vertreten. Der FC Baden, der auch zahlreiche Juniorenmannschaften umfasst, trĂ€gt seine Heimspiele im Stadion Esp in Fislisbach aus.cite-ref-111[111]

Der 1954 von BBC-Mitarbeitern gegrĂŒndete Basketballclub wurde 2002 von Alstom ĂŒbernommen. Bei der Auflösung des Sportclubs Alstom Ende 2015, benannte der Verein sich um zu Baden Basket 54. Mittlerweile gehört der BB54 zu den mitgliederstĂ€rksten Clubs in der Deutschschweiz.cite-ref-112[112] Das Frauenteam des Vereins spielt seit 2023 in der Nationalliga A, das MĂ€nnerteam in der 1. Nationalliga.cite-ref-113[113]cite-ref-114[114] MitgliederstĂ€rkster Sportverein ist der Stadtturnverein Baden, der als Dachorganisation fĂŒr fĂŒnf Vereine auftritt (Turnen, Handball, Unihockey, Volleyball und Wintersport).cite-ref-115[115] Ebenfalls Volleyball spielt der VBC Kanti Baden, dessen MĂ€nner- und Frauenteam beide in der zweithöchsten Liga sind.cite-ref-116[116] Seit 1997 wird in DĂ€ttwil in einer eigens dafĂŒr errichteten Halle Curling gespielt; der CC Baden-Regio ist mit einem MĂ€nner- und einem Frauenteam in der obersten Spielklasse Swiss Curling League vertreten.cite-ref-117[117]

Seit 1934 verfĂŒgt Baden mit dem «Terrassenbad» am rechten Ufer der Limmat ĂŒber ein Freibad mit drei Becken und einer 100 Meter langen Rutschbahn. 1969 kam ein Hallenbad hinzu. Die Stadt ist ausserdem im Besitz der Sportanlagen Aue (hauptsĂ€chlich Leichtathletik), Esp (Fussball, auf dem Gemeindegebiet von Fislisbach) und Langacker (Fussball). Am ChrĂŒzliberg befindet sich ein Vitaparcours.cite-ref-118[118] Seit 2011 findet auf der Baldegg der Radsportwettbewerb SĂŒpercross Baden statt.

Persönlichkeiten

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Hauptartikel

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Liste von Persönlichkeiten aus Baden AG

Den nachhaltigsten Einfluss auf die Entwicklung Badens hatten Personen im Zusammenhang mit dem Elektrotechnikkonzern Brown, Boveri & Cie. (heute ABB). Dazu gehören insbesondere Charles Eugene Lancelot Brown und Walter Boveri, die mit der FirmengrĂŒndung massgeblich zum wirtschaftlichen Aufschwung beigetragen haben. Zu dieser GrĂŒndergeneration gehört auch der Kunstsammler Sidney Brown. Als weltweit bekannteste Person, die in Baden geboren wurde, gilt der Chemiker Albert Hofmann, der Entdecker des LSD.

Literatur

‱ Martin Hartmann, Andreas Steigmeier: Baden (AG, Gemeinde). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
‱ Fabian Furter, Bruno Meier, Andrea Schaer, Ruth Wiederkehr: Stadtgeschichte Baden. hier+jetzt, Baden 2015, ISBN 978-3-03919-341-7.
‱ Werner Frenkel: Baden, eine jĂŒdische Kleingemeinde. Fragmente aus der Geschichte 1859–1947. Menes (Books on Demand GmbH), Baden AG 2003, ISBN 3-0344-0174-4.
‱ Peter Hoegger: Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Aargau. Hrsg.: Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte. Band VI, Bezirk Baden I. BirkhĂ€user, Basel 1976, ISBN 3-7643-0782-X.
‱ David Hess: Die Badenfahrt. Orell FĂŒssli, ZĂŒrich 1811.
‱ Peter Hoegger: Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Aargau VIII. Der Bezirk Baden III. Band 87. Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Bern 1998, ISBN 3-909164-65-X.
‱ Otto Mittler: Geschichte der Stadt Baden. Band 1 – Von der frĂŒhesten Zeit bis um 1650. SauerlĂ€nder, Aarau 1962.
‱ Otto Mittler: Geschichte der Stadt Baden. Band 2 – Von 1650 bis zur Gegenwart. SauerlĂ€nder, Aarau 1965.
‱ Otto Mittler, Peter Felder: 500 Jahre Stadtkirche Baden. Buchdruckerei, Baden 1958.
‱ Uli MĂŒnzel, Josef BĂŒrge (Vorwort): Wandlungen des Badener Stadtbildes. Hrsg.: OrtsbĂŒrgergemeinde Baden. Baden-Verlag, Baden 1994, ISBN 3-85545-084-6.
‱ Hanspeter Rebsamen, Peter Röllin, Werner Stutz: Baden. In: Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): INSA Inventar der neueren Schweizer Architektur 1850–1920. Band 1. GSK, Bern 1984, ISBN 3-280-01509-X, S. 389–512, doi:10.5169/seals-1276 (124 S. 411 Abb., e-periodica.ch).
‱ Hans Rudolf Sennhauser (Hrsg.): Ausgrabungen in Stadtkirche und Dreikönigskapelle Baden 1967/1968. Kirchen und Siedlungsgeschichte von der FrĂŒhzeit bis ins spĂ€te Mittelalter. vdf Hochschulverlag AG an der ETH ZĂŒrich, ZĂŒrich 2008, ISBN 978-3-7281-3229-1.
‱ Thomas Bolt, Uli MĂŒnzel: Der BĂ€derbezirk von Baden und Ennetbaden. (= Schweizerische KunstfĂŒhrer. Nr. 399). Hrsg. Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1986, ISBN 3-85782-399-9.
‱ Guido Faccani: Die Pfarrkirche von Baden. Entwicklung der Kirche St. Maria und der Siedlung. Hier + jetzt, Baden 2010, ISBN 978-3-03919-151-2.
‱ Markus Somm: Elektropolis an der Limmat: Baden und die BBC, 1870 bis 1925 – Die Beschreibung einer Transformation. StĂ€mpfli, Bern 2019, ISBN 978-3-7272-6062-9.

Weblinks

Wikisource: Baden (Aargau)

– Quellen und Volltexte

Commons

: Baden

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Archivgut: Stadtarchiv Baden (ab 1286). Stadtarchiv Baden. Link

‱ Offizielle Website der Einwohnergemeinde Baden
‱ Baden AG auf der Plattform ETHorama

Einzelnachweise

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cite-note-22. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
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